Die unterschätzte Gefahr von Altersdepressionen

Die landläufige Bezeichnung “Altersdepressionen” macht schon deutlich, dass es die spezifische Altersdepression nicht gibt. Es kommt im Alter eine Vielzahl an depressiven Syndromen zusammen, die in ihrem Mix nicht zu unterschätzen sind.
Deshalb ist es auch so schwer, die richtige Diagnose und damit auch die richtige Therapie zu finden.

Altersdepression

Depression ist nicht nur ein Zeichen von Überlastung am Arbeitsplatz

Leiden jüngere Menschen eher an psychisch verursachten Depressionen, so kommen im Alter eher die körperlichen Beschwerden, die sich auch in Form von Altersdepressionen (z.B. andauernde Traurigkeit) äußern können.

Neben der medizinischen Betreuung auch die psychosoziale Betreuung beachten

Was aber kann neben dem Einsatz von antidepressiven Medikamenten und einer auf das Alter maßgeschneiderten Psychotherapie helfen? Oft wird die Depression im Alter gar nicht richtig erkannt und auch nicht ernst genommen. Es wird einfach auf das zunehmende Alter und damit auf die Berechenbarkeit, dass alte Menschen eben im Alter manchmal komisch werden, geschoben.

Dabei würde bei genauerem Hinsehen sehr schnell einleuchten, dass die Lebensqualität und die Lebensfreude erheblich gelitten haben. Deshalb sollten schon große Achtsamkeit und großes Augenmerk auf mögliche Anfänge einer Depression im Alter gelegt werden.

Alte Menschen brauchen Ansprache. Sie wollen von früher erzählen und ihre Erfahrungen auch weitergeben. Neben einer Erhaltungspsychotherapie erscheint es daher angebracht, ein Höchstmaß an Begegnungsmöglichkeiten zum Austausch, Pflegen von Hobbys, gemeinsamem Sport im Alter anzubieten.

Erinnerungen sind der Anfang der Erlösung

“Erinnerungen sind die Rosen des Winters.” Und wie Rilke schon richtig in diesem Sinnspruch erkannte, geht es auch bei den Depressionen im Alter um die richtige Wiederentdeckung der eigenen Kraftressourcen. Die Antriebslosigkeit muss zu der medizinischen Behandlung erfolgreich bewältigt werden.

Alte Menschen brauchen Möglichkeiten des Erzählens und Austausches. Aber wo familiäre Bindungen zerbrochen sind oder aufgrund großer Entfernungen nur über das Telefon aufrechterhalten werden können, da fühlt sich der Einzelne einsam und verlassen. Darüber reden möchte er nicht und schon gar nicht jemandem zur Last fallen.