Googles „Project Glass“

Die schlechte Nachricht vorab: Die Social-Media-Aktion von Google, mit der durch einen Tweet oder Google-Plus-Post mit dem Hashtag #ifihadglass die Chance auf das frühzeitige Erstehen des Produkts für 1.500 US-Dollar bestand, ist vorbei. Man hätte die Brille als Gewinner des Wettbewerbs allerdings auch in den USA abholen müssen.

Google Glasses

Google Glasses

Für Normalsterbliche ist der Verkaufsstart der innovativen Hardware für Ende 2013 zum bereits genannten Preis vorgesehen.

Was ist Google Glass?

Kurz gesagt: Eine Augmented-Reality-Brille, fachmännisch gesagt eine Brille mit „computergestützter Erweiterung der Realitätswahrnehmung“. Auf der stylish gemachten Website des Projekts kann man sich mit einem aufwändigen Video schon jetzt ein Bild davon machen, was das in der Praxis heisst: Die Brille kann Videos und Fotos aufnehmen, fungiert als Navigationsgerät und Übersetzer, versendet Kurznachrichten, die man ihr gesprochen zur Kenntnis bringt und beantwortet Fragen des Brillenträgers. Dessen Sichtfeld wird dabei von halbtransparenten Display-Elementen überlagert.

Der von Google geschickt inszenierte Hype um Google Glass hat sogar Facebook-Chef Mark Zuckerberg begeistert, der bereits erste Entwickler mit der Erstellung von Apps für das Gerät abgestellt hat.

Konnektivität der Brille

Naturgemäss lässt sich Google Glass per Bluetooth mit Android-Telefonen verbinden, um die vielfältigen bereits vorgestellten Applikationen nutzen zu können, die eine Telefon- oder Internetverbindung benötigen. Es soll aber auch kompatibel mit iOS-Geräten wie dem iPhone sein. Nützlich, denn Google Glass besitzt keine eigene Mobilfunk-Konnektivität.

Zentrales Bedienelement ist die Sprachsteuerung, die ersten Tests zufolge durchaus noch ausbaufähig ist, was insbesondere für die Geschwindigkeit der Spracherkennung gilt. Solche Stolpersteine werden zum aktuellen Zeitpunkt auch von Google eingeräumt. In der Zeit bis zur Marktreife sollen diese aber beseitigt sein, danach sollen monatliche Updates das Nutzungserlebnis perfektionieren.

Als eine Ente darf man aktuell das Gerücht betrachten, dass Google Glass zum Verkaufsstart in eigenen Google Retail Stores verkauft würde. Diese Diskussion wurde mittlerweile von Google selbst beendet, indem es den Verkauf von Geräten in eigenen Ladengeschäften als konträr zur Online-Firmenphilosophie beurteilte. Mithin hat Wettbewerber Apple weiterhin sein Monopol auf stylishe Markenstores, die auch in Deutschland verbreitet sind und sich grossem Zulauf der Fangemeinde erfreuen.

Einigen Kritikern zum Trotz, die aufgrund der diskreten Möglichkeit, Fotos und Videos von fremden Dritten zu machen, Datenschutzbedenken aufwerfen, ist das Interesse an Google Glass riesig. Neben dem bekannten Design des Prototypen, den auch Google-Gründer Sergey Brin gerne trägt, wird Google auch andere Designs für die Brille anbieten.