Machen Spitalsbetten wirklich krank?

Spitalsbetten

Das Spitalsbett als Krankmacher

Bereits nach dem Jahr 2000 kursierten Gerüchte um krankmachende Spitalsbetten. Obwohl inzwischen zahlreiche Qualitätsverbesserungen vorgenommen wurden, scheint dennoch etwas in der Gesundheitspolitik nicht zu stimmen. Die Zahl der Fälle steigt.

Bedeuten mehr Betten auch mehr Krankheiten?

Die Gesundheitspolitik scheint momentan Kopf zu stehen. Obwohl der Bedarf an Spitalsbetten nachgebessert wurde und Krankenhäusern nun mehr Kapazitäten zur Verfügung stehen, steigt die Zahl der Belegungen nahezu parallel dazu an. Verwaltungstechnisch dürfte es solch ein Phänomen eigentlich gar nicht geben. Demnach müssten die Pläne der letzten Jahre gravierende Fehler aufweisen. In den meisten Fällen ist dies jedoch nicht der Fall oder überhaupt nicht beabsichtigt gewesen. Trotzdem landen immer mehr Patienten aufgrund von festgestellten Krankheiten in der stationären Behandlung.

Verdacht: Belegte Spitalsbetten bringen mehr Geld

Wer früher zu einem Facharzt überwiesen wurde, kann sich nach Ansicht von Beobachtern immer häufiger in einer Klinik wiederfinden. Denn die Kapazitätssteigerung der Krankenhäuser zeigt über Umwege auf, dass sich leere Spitalsbetten immer weniger lohnen würden. Im heiklen Abrechnungssystem führt dies vermutlich dazu, dass Spitalsbetten als wahre Krankmacher eingestuft werden können, obwohl sie Jahre zuvor nur die Leistungsbereitschaft verbessern sollten. Im Umkehrschluss könnte dies bedeuten, dass leichtere Gebrechen ebenfalls stationär kuriert werden, wenn eine Station zeitweise schlecht ausgelastet ist. Direktoren und Verwaltungsmitarbeiter widersprechen jedoch solch einer Annahme. Ob hier eine Krankenhausfinanzierung eine Rolle spielt, ist noch zu klären.

Das Restrisiko Krankenhauskeime bleibt

Eine andere Erklärung für die hohe Belegung von Spitalsbetten könnte nach Ansicht von Hygieneexperten auch eine andere Ursache haben. Krankenhauskeime bilden nämlich trotz der Einstellung von Experten in der Krankenhaushygiene ein nicht zu unterschätzendes Restrisiko. Obwohl die Hände regelmäßig desinfiziert werden, können sich viele Keime im Spital halten. Die Zahl der Erkrankungen, die von diesen Keimen ausgelöst werden können, gelangt meist nicht aus den Besprechungszimmern der betroffenen Hospitäler hinaus. In den USA lehnen deshalb einige Krankenhäuser bestimmte OPs ab, wenn Keime entdeckt wurden.