Mobile Eyetracking dank spezieller Brillen

Wer ein Produkt verkaufen möchte, ist stets auf gutes Marketing angewiesen. Doch neben innovativen und originellen Ideen für die Verkaufsförderung sind auch wissenschaftliche Tests, Befragungen und andere Untersuchungen absolut relevant. Die neue Technik des Eyetrackings hilft durch Aufnahme des Blickverlaufes von Testpersonen, eine Vielzahl von verschiedenen Erkenntnissen zu erlangen.

Eyetracking-Geräte unterscheiden sich kaum von gewöhnlichen Brillen

Eyetracking-Geräte unterscheiden sich kaum von gewöhnlichen Brillen

Die Entwicklung des Eyetrackings

Bereits vor einigen Jahren wurden erste Versuche mit Eyetracking-Systemen durchgeführt. Zum damaligen Stand der Technik wirkten die verwendeten Geräte noch sehr klobig und teilweise optisch etwas albern. So wurde beispielsweise im Prof. Vögele Institut ein System entwickelt, bei welchem auf einen normalen Fahrradhelm eine Videokamera zur Aufnahme der Sicht einer Testperson befestigt wurde. Ein oder zwei weitere Spezialkameras verfolgten die Pupillen des Helmträgers und blendeten dadurch den Blickverlauf auf dem Videobild ein.

Heutige Mobile Eyetracking-Systeme sind in speziellen Brillen verbaut und unterscheiden sich in ihrem Aussehen kaum von normalen Brillen, wie sie zur Sehhilfe getragen werden. Lediglich die Bügel sind etwas wuchtiger, da hier eine Menge Technik untergebracht ist.
Die Funktion jedoch bietet dieselben Ergebnisse wie die ersten Prototypen von Prof. Vögele. Der Blickverlauf einer Testperson wird verfolgt und aufgenommen.

Durch die Auswertung dieser Bilder lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen. Der Blickverlauf bei der Betrachtung von Werbeanzeigen gibt Aufschluss über die richtige Anordnung bestimmter Botschaften. Auch bei dem Einkauf im Supermarkt lassen sich dank dem Einsatz von Eyetracking Brillen interessante Erkenntnisse gewinnen. Beispielsweise über die beste Anordnung von Produkten in den Regalen oder die Auswirkung von Verpackungsdesign als Blickfänger.

Verwendung in der Zukunft

Die Technik des Mobile Eyetrackings verspricht, über die wissenschaftliche Verwendung hinaus, zukünftig ein weit grösseres Anwendungsfeld. So befinden sich verschiedene Konzerne wie beispielsweise Google in der Entwicklung von Brillen, die möglicherweise bisherige Smartphones ersetzen könnten. Informationen, Videos und Bedienmenüs könnten direkt auf das Brillenglas gespiegelt werden und per Eyetracking, also über Blicksteuerung erfolgt die Bedienung der Handy-Brille. Eine fantastische, aber durchaus realistische Idee, auf die wir gespannt sein können!