Vom Couchpotatoe zum Marathon-Läufer

Geht es Ihnen auch so ? Die Jugend neigt sich dem Ende zu; sie zeichnete sich dadurch aus, dass man immer eine gute Figur hatte und fit war, ganz egal, was und wie viel man machte, ass oder trank. Aber die Zeiten haben sich geändert.

Marathon-Läufer

So werden sie zum Marathon-Läufer

Da ist nun schon ein ziemlich erheblicher Bauchansatz entstanden, und bei wenig Bewegung kommt man deutlich ins Hecheln. Die Waage meidet man bewusst, weil sie immer zu viel anzeigt. Sie verstehen, dass es nichts im Leben umsonst gibt, für alles, was man will, muss man auch etwas tun. Also gut, packen wir’s an, los geht’s:

Ernährung

Bevor wir nun sofort und höchst motiviert mit einem Marathon starten, sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass ein sportliches Training ganz grundsätzlich langsam aufgebaut werden muss, und dazu gehört erst einmal die Betrachtung der richtigen Ernährung. Es ist wohl ziemlich logisch, dass sich ein untrainierter Mensch mit Übergewicht selbst einen grossen gesundheitlichen Schaden zufügt, wenn er mit anstrengenden sportlichen Aktivitäten von null auf hundert startet. Dabei werden nicht nur Herz und Kreislauf überlastet, sondern auch die Bänder und Gelenke können nachhaltig überstrapaziert und geschädigt werden. Die Muskeln wären mit dem bisschen Muskelkater noch das geringste Problem. Daher, und das betrifft besonders jene mit (etwas) Übergewicht: erst einmal müssen die schlechten Angewohnheiten dahin gehend geändert werden, dass man die völlig unnützen Dickmacher weitestgehend auslässt: das sind insbesondere Zucker, Schokolade, Alkohol, Fette. Stattdessen achte man auf eine ausgewogene und vielseitige Vollwertkost bestehend z.B. aus Fisch, Fleisch, Gemüse, Müsli und als Getränke Tee, Wasser, verdünnte Säfte. Wer schon ein paar Prozent von dieser Umstellung der Lebensgewohnheiten hin kriegt, sollte sich dann ruhig mal an der purzelnden Waage-Anzeige erfreuen.

Training

Erst dann, wenn man sein deutliches Übergewicht ein wenig in den Griff bekommen hat, sollte das langsam aufbauende sportliche Training beginnen. Und vergessen Sie zu diesem Zeitpunkt das Wort Marathon. Die Sportarten, die man wählt, sind natürlich erst einmal abhängig von den ganz individuellen Vorlieben und Möglichkeiten. Ein etwas übergewichtiger Mensch sollte eher mit Schwimmen starten; neben der so wichtigen Bewegung verliert man nämlich auch unerhört viele Kalorien im kühlen Wasser. Das führt dazu, dass man nach dem Schwimmen stets grossen Hunger verspürt. Der Trick besteht darin: eher am Abend schwimmen und danach sofort schlafen gehen, ohne den Kühlschrank zu berühren.

Menschen mit wenig Übergewicht können gleich mit dem Laufen beginnen, denn das Laufen/Jogging ist eine der am meisten anstrenden Bewegungen. Bitte achten Sie dabei auf besonders gute Laufschuhe mit enorm dämpfender Sohle (seien Sie da nicht geizig) und laufen Sie beispielsweise auf Waldwegen, aber bitte nicht auf der harten Strasse. Ist der Meniskus erst einmal zerplatzt, dann hat es sich nämlich so ziemlich ausgesportet.

Steigerung

Gerade beim Lauftraining reicht zu Beginn schon ein bis zwei Kilometer. Gehen Sie diese Sache mit dem Sport wirklich langsam an und steigern Sie Ihre Leistung in kleinen, überschaubaren Schritten. Wenn es zu anstrengend wird und keinen Spass mehr macht, dann werden Sie es bald sein lassen und enden ganz schnell wieder als Couchpotatoe. Hier noch ein sehr wichtiger Hinweis. Viele Menschen haben Probleme mit den Bronchien, z. B. allergiebedingt, die sich besonders bei kalter Luft bemerkbar machen. Dann ziehen sich die Bronchien krampfartig zusammen, und es macht sich gerade erst nach dem Laufen das so genannte Anstrengungsasthma bemerkbar. Keine Panik, das vergeht wieder. Besser ist es aber, falls man darunter leidet, bereits vor dem Laufen vorzubeugen. Ihr Arzt wird Ihnen ein bronchialerweiterndes Mittel (Spray) verschreiben. Das beugt dieser unangenehmen Verkrampfung effektiv vor, und Sie haben dann noch sehr viel mehr Freude am Sport.

Lebensphilosophie

Die richtige Kombination aus Ernährung, Sport und gesundem Leben findet am Ende jeder für sich selbst heraus. Wenn dieses Verhalten so täglich gelebt wird und zur dauernden Angewohnheit geworden ist, fällt nichts mehr schwer, sondern man kann und will sich ein anderes Leben, und schon gar nicht mehr ein solches als Couchpotatoe, vorstellen.